>>Oppiner Bilderbogen (Ausgabe Nr.4 vom 22.12.2008)<<
Georg Binder, Jahrgang 1938, ehemaliger Mitschüler von Heinz Graupner, lebte von 1945 bis 1951 in Oppin. Er siedelte 1956 in die BRD über. Herr Binder stellte uns seine Erinnerungen unter dem Titel:"Oppin-Lage, Einwohner und landwirtschaftliche Besonderheiten" zur Verfühgung. Zu den "Holle" schrieb er:
Bemerkenswert an Oppin sind die so genannten "Hollen". Das sind Hohlwege, früher Feldwege, die in leichte Hügel eingeschnitten sind. Ob auf natürliche Weise entstanden oder künstlich angelegt, kann ich nicht berichten. Sie waren relativ flach in den teilweise vorhandenen Lehmboden eingeschnitten und mit Pflaumen- und Kirschbäumen bewachsen. Sie stellten für uns Kinder damals ideale Spielplätze dar, weil sie nicht weit vom Dorf entfernt waren. Es gab 3 Hollen. Die "Pranitzer Holle" führte außerhalb des westlichen Dorfteils Pranitz weiter nach Westen. Die dort wachsenden Pflaumenbäume gehörten der alten Frau Bethmann (der "Miezekatern") und wir gingen im Mai dort hin zum Maikäferschütteln. Die Maikäfer brachten wir dieser Frau für die Hühner und bekamen schon mal ein Ei dafür. Die "Holle von Pranitz" in Richtung Halle ging von Pranitz aus nach Süden und traf dann auf die Landstraße nach Halle. In der Nähe der Holle war auf einem kleinen Hügel der so genannte Schießstand, der früher zum Schloss gehörte. Es war eine Art Sandgrube und dort konnte man alte Sprengmunition finden, die entschärft war und aus der noch die Schrapnells-Kugeln und Stifte- zu gewinnen waren. Durch diese Holle ging man auch von Pranitz nach Halle. Die 3."Holle" ging hinter der Fabrik fast paralel zur Landstraße nach Halle und traf diese in Höhe Feldscheune. Der westliche Hang war sehr flach und man konnte im Winter hier mit Skiern abfahren. Früher ist wahrscheinlich durch diese Holle der Kohlentransport von Halle zur Fabrik gegangen, bevor die Landstraße ausgebaut wurde.


