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Artikel Oppiner Bilderbogen


Die Schule im Dorf

Aus dem Oppiner Bilderbogen vom Dezember 2006:

Die älteste, noch existierende urkundliche Erwähnung einer Schule in Oppin stammt aus dem Jahr 1686. Am 3. Juli vor 320 Jahren brannten das alte Schulgebäude, das Pfarrhaus und 11 Wohnungen nieder. Damals wie heute hat(te) eine Schule im Dorf eine beachtete Stellung.1902 wurde der Schulneubau am Burggraben errichtet. Nach dem 2. Weltkrieg waren die Umwälzungen besonders gravierend, der Neuanfang im Oktober 1945 war durch große Not und Unsicherheit gekennzeichnet. Die Schülerzahlen schwankten ständig durch den Wegzug von Umsiedlern, es herrschte Mangel an Schulbüchern und sonstigen Unterrichtsmaterialien. Nach dem Schulneubau 1961 gab es für die damalige Zeit 6 modern und vorbildlich eingerichtete Klassen- und Fachräume u.a. für Chemie/Physik, Biologie, Mathematik, Deutsch, Russisch, Musik, Geografie und ein Lehrerzimmer. Ab dem Schuljahr 1975/76 wurden nur noch die Kinder der 1. bis 4. Klasse in Oppin unterrichtet. Nach der politischen Wende vollzogen sich in der Grundschule viele Veränderungen. Das Schulgebäude wurde renoviert und es entstanden ein Schulgarten, ein Biotop und eine Wetterstation. Doch ginge die Schülerzahlen immer weiter zurück und im Schuljahr 2001/02 kam das Aus für die Kreativ-Grundschule. Neue Chancen für den Schulstandort Oppin ergaben sich mit der Gründung der Evangelischen Grundschule " Martin Luther" im August 2002. Heute wird nach den Prinzipien der "Hengstenbergpädagogik" unterrichtet. Die heutige Schule beherbergt 4 Klassenräume, 1 Aula (Speiseraum), 1 Computerkabinett und 1 Lehrerzimmer und Büro. Schon jetzt ist die Aufnahmekapazität beschränkt und ein Anbau ist geplant.

 

Schultradition in Maschwitz

Aus dem Oppiner Bilderbogen vom Dezember 2006:

Dem Lehrer Hahn, von April 1879 bis November 1912 in der Maschwitzer Schule tätig, verdanken wir eine Chronik des Ortes, die andere bis 1944/45 fortsetzten. Daraus ist zu erfahren, dass auch Maschwitz einst einen Schulneubau erhielt, nämlich 1831 - also vor 175 Jahren. Diesen errichtete man in Untermaschwitz am Teich, in unmittelbarer Nähe zur Kirche. Von 1973 bis 1990 befanden sich dort die Kindergrippe und der Kindergarten. Heute ist das Gebäude ein Wohnhaus. Nachdem die beiden Ortsteile zusammengelegt wurden, veranlasste die Gemeinde im Herbst 1939 einen Schulanbau, um einen separaten Eingang zur Schulklasse und zur Lehrerwohnung zu schaffen. 1943/44 lernten in Maschwitz 51 Kinder gemeinsam, 31 von ihnen kamen aus Tornau.

 

Geschichtsausfahrt zur Burg Falkenstein

>>Oppiner Bilderbogen (Ausgabe Nr.3 vom 24.12.2007)<<

Für die Mitglieder des Heimatgeschichtsvereins ist es eine schöne Tradition, passend zum Jahresthema einen Ausflug in geschichtsträchtige Regionen unserer Heimat zu unternehmen. 2007 beschäftigten wir uns mit dem Sachsenspiegel, dem ersten Rechtsbuch in deutscher Sprache.

Unser Ausflug führte uns nach Meisdorf zur Burg Falkenstein, der wohl bekanntesten Burg des Harzes. Weder geschichtlich noch bau- oder kunsthistorisch ist sie besonders bedeutsam. Günstige Umstände haben dazu beigetragen, dass sie trotz einiger Umbauten ihr mittelalterliches Erscheinungsbild bewahrt hat. Die Grafenburg war Mittelpunkt eines Siedlungsgefüges. Der heute bewaldete Burgberg war kahl geschlagen, um unbemerktes Herannahen von Feinden zu vermeiden. Bereits die Gründungsanlage besaß den heutigen Umfang der Burganlage. Zwei Wege führen zur Burg: der Eselweg von der Selke her und der Weg vom Gartenhaus. Zwei Zwinger und sechs Tore dienten dem Schutz der kleinen Kernburg. Die Wehranlagen übertrafen die Wohnanlagen an Aufwand und Größe um ein Vielfaches. So konnte diese Burganlage auch niemals erstürmt werden.Die Grafen von Falkenstein wären wohl wie viele Adelssippen spurlos für die Geschichte geblieben, hätte nicht Hoyer I. seinen Namen an ein Werk gekettet, das die rechtlichen und kulturellen Verhältnisse des deutschen Mittelalters repräsentierte. Um 1140 entstand ein Lehrbuch über Kirchenrecht. Danach erfolgte auf Veranlassung der weltlichen Machthaber eine Verschriftung des herrschenden Gewohnheitsrechts, womit praxiserfahrene Rechtskundige betraut wurden. Graf Hoyer II., Schirmvogt und Richter, benötigte zur Festigung seiner Macht diese Rechtsgrundlage. Seit mindestens 1215 kannte er den edelfreien Schöffen Eike von Repgow. Dieser ist der Verfasser des mittelalterlichen Rechtsbuches "Der Sachsenspiegel". Eine Ausstellung auf der Burg Falkenstein ist diesem bedeutenden Rechtswerk gewidmet.

(W. Ehrhardt)

 

Erinnerungen eines "Ehemaligen"

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>>Oppiner Bilderbogen (Ausgabe Nr.4 vom 22.12.2008)<<

Georg Binder, Jahrgang 1938, ehemaliger Mitschüler von Heinz Graupner, lebte von 1945 bis 1951 in Oppin. Er siedelte 1956 in die BRD über. Herr Binder stellte uns seine Erinnerungen unter dem Titel:"Oppin-Lage, Einwohner und landwirtschaftliche Besonderheiten" zur Verfühgung. Zu den "Holle" schrieb er:

Bemerkenswert an Oppin sind die so genannten "Hollen". Das sind Hohlwege, früher Feldwege, die in leichte Hügel eingeschnitten sind. Ob auf natürliche Weise entstanden oder künstlich angelegt, kann ich nicht berichten. Sie waren relativ flach in den teilweise vorhandenen Lehmboden eingeschnitten und mit Pflaumen- und Kirschbäumen bewachsen. Sie stellten für uns Kinder damals ideale Spielplätze dar, weil sie nicht weit vom Dorf entfernt waren. Es gab 3 Hollen. Die "Pranitzer Holle" führte außerhalb des westlichen Dorfteils Pranitz weiter nach Westen. Die dort wachsenden Pflaumenbäume gehörten der alten Frau Bethmann (der "Miezekatern") und wir gingen im Mai dort hin zum Maikäferschütteln. Die Maikäfer brachten wir dieser Frau für die Hühner und bekamen schon mal ein Ei dafür. Die "Holle von Pranitz" in Richtung Halle ging von Pranitz aus nach Süden und traf dann auf die Landstraße nach Halle. In der Nähe der Holle war auf einem kleinen Hügel der so genannte Schießstand, der früher zum Schloss gehörte. Es war eine Art Sandgrube und dort konnte man alte Sprengmunition finden, die entschärft war und aus der noch die Schrapnells-Kugeln und Stifte- zu gewinnen waren. Durch diese Holle ging man auch von Pranitz nach Halle. Die 3."Holle" ging hinter der Fabrik fast paralel zur Landstraße nach Halle und traf diese in Höhe Feldscheune. Der westliche Hang war sehr flach und man konnte im Winter hier mit Skiern abfahren. Früher ist wahrscheinlich durch diese Holle der Kohlentransport von Halle zur Fabrik gegangen, bevor die Landstraße ausgebaut wurde.

 

 



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