
Das wiederum erfordert etlichen Aufwand. Nicht nur, dass Piloten gebraucht werden. Die kleinen Maschinen müssen für die Starts präpariert und nach der Landung wieder zum Startplatz gezogen werden. Gäste sind zum Startplatz zu befördern und nach der Landung wieder zurückzubringen.
"Wir wollen heute zeigen, dass wir ein tolles Hobby haben", sagt der 16-Jährige, der in Leipzig zu Hause ist und nahezu an jedem Wochenende, an dem es das Wetter zulässt, mit Zug und Rad nach Oppin fährt. Und der verrät, dass er ja eigentlich noch von viel weiter herkommt: Vor vier Jahren siedelten seine Eltern aus Durban in Südafrika nach Deutschland über. In Durban, wo Thomas' ehemalige Schulkameraden gerade wegen der Fußballweltmeisterschaft Ferien außer der Reihe genießen, hat Thomas in der Nähe des Flugplatzes gewohnt. "Daher kommt, dass mein Interesse an der Fliegerei größer ist als an Fußball", sagt er.
In Leipzig hat ihn eine Arbeitskollegin seiner Mutter auf den Oppiner Flugplatz und den Flugsportverein aufmerksam gemacht. "Als ich herausgefunden habe, dass die Mitgliedschaft inklusive Ausbildung und Fliegerei für Jugendliche 50 Euro im Monat kostet, war die Entscheidung gefallen", blickt er zurück. "40 Euro habe ich bis dahin für Gitarrenstunden ausgegeben - dass Fliegen nur zehn Euro mehr kostet, hätte ich nie gedacht."
Vereinschef Stefan Münch ist voll des Lobes über den Schüler: "Er hat im letzten Jahr erst angefangen und sehr schnell gelernt", sagt er, "deshalb kann er auch schon allein fliegen." Mit 16? "Ja", erklärt Münch, "bereits mit 14 Jahren kann man die Ausbildung beginnen und auch schon allein aufsteigen, wenn sich zeigt, dass man talentiert genug ist. Und wenn man ernsthaft bei der Sache ist und regelmäßig kommt." Was bei Thomas keine Frage sei.
Allerdings machen die Oppiner Segelflieger auch andere Erfahrungen. "Fliegen ist ein sehr zeitaufwändiges Hobby. Junge Leute, die noch viele andere Interessen haben und am Wochenende auch gern mal die Nacht zum Tage machen, haben dann oft wenig Lust, morgens schon wieder auf dem Flugplatz zu sein", sagt Lothar Aumann. Der 66-Jährige gehörte vor 20 Jahren zu den Gründungsmitgliedern des Vereins und ist auch heute noch aktiv dabei. "Fliegen kann man, solange man fit ist", erklärt er noch, ehe er mit dem nächsten Festgast abhebt.
Quelle: mz-web.de