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Verein bezahlt den Umbau der Schule

VON KORNELIA PRIVENAU, 07.07.10, 17:50h, aktualisiert 07.07.10, 17:58h
Schule Oppin
Der Trägerverein will die Grundschule in Oppin um bauen. (FOTO: LUTZ WINKLER)
OPPIN/MZ. 20 Leute haben jahrelang eisern gespart. Nun ist es soweit: Das Geld auf der hohen Kante reicht, um die evangelische Grundschule in Oppin umzubauen. Die Rede ist vom Trägerverein der Grundschule "Martin Luther".

Im Alt-Saalkreis ist diese Schule die einzige, deren Träger ein Verein ist. Mit nur sieben Leuten, die eine "etwas andere Schule" anbieten wollten, habe vor fast einem Jahrzehnt alles begonnen, sagt die Ärztin und Vereinsmitglied Ulrike Weidt. Kein leichter Weg. "Jetzt haben wir es geschafft! Endlich kann das alte Schulgebäude umgebaut und saniert werden", so Ulrike Weidt. Die Vereinsmitglieder bringen mit 200 000 Euro einen großen Teil der Kosten auf, die insgesamt 750 000 Euro betragen werden.

Diese Privatinitiative ist schon etwas Besonderes, ist sich der Vereins-Vorstandschef Georg Scheuerle sicher. "Der Verein, der vor gut neun Jahren gegründet wurde, hat von Anfang an Rücklagen für diesen Zweck gebildet. Auch das Schulgeld der Eltern trägt dazu bei", sagt der Agrarunternehmer aus Queis.

Da jetzt die Zusage für 300 000 Euro Fördermittel aus dem Konjunkturpaket II gekommen und auch der Kirchenkreis finanziell mit im Boot sei, fand man es an der Zeit, die Pläne aus der Schublade zu holen. "Diese Pläne gibt es schon geraume Zeit. Wir haben Vorarbeit geleistet", so Scheuerle.

Der Platzmangel in dem so genannten Funktionsbau aus den 60er Jahren ist groß. "Wir haben 88 Kinder, sechs Lehrer und vier Horterzieher", sagt Ulrike Weidt, die sich wie mancher im Verein engagiert, ohne selbst Kinder im Grundschulalter zu haben. Das Haus platze aus allen Nähten, biete schon längst nicht mehr den für Projekt- und Gruppenarbeit oder Schul- und Familienfeste nötigen Raum.

Vieles sieht auch Scheuerle im Argen: "Das Dach und die Fenster müssen dringend erneuert werden", sagt er. Die Aufzählung wird länger: Die Klassenzimmer müssen an die Bedürfnisse der Schüler und an den Unterricht angepasst werden. Energie- und Klimaschutz gebe es praktisch nicht, ebenso wie eine Aula. Auch die Küche und nicht zuletzt die Sanitäranlagen bedürfen einer Erneuerung.

Auf den Bauzeichnungen, die Scheuerle auslegt, ist der Flachbau bereits fertig. Bis dahin braucht es freilich noch einige Zeit. Scheuerle weiß, er wird häufig auf der Baustelle sein, wenn die Arbeiten erst einmal begonnen haben. Was noch fehlt ist die Genehmigung. Mit dem Geld auf der hohen Kante dürfte das aber nur noch Formsache sein, hofft der Verein.

Dann soll zuerst ein alter, überflüssiger Schuppen abgerissen werden. An seine Stelle wird ein einstöckiges Gebäude gesetzt mit Küchentrakt sowie einem Raum, der als Aula, Speiseraum und für Schulandachten genutzt werden kann. Das Areal selbst wird nicht verändert. Es ist mit den Jahren sehr grün geworden. Es gibt einen Spielplatz und Ruhebänke.

Ulrike Weidt sagt, man habe für die Bauarbeiten ein halbes Jahr gerechnet. Bei Schulbetrieb zu bauen, sei unmöglich. Deshalb werden die Kinder umziehen. Unterricht und Hortbetreuung finden in den Räumen der Förderschule in der Nachbargemeinde Gutenberg statt. "Der Verein ist für diese Gastfreundschaft der Gutenberger ebenso dankbar wie für die Unterstützung der Gemeinde Oppin", sagt die Ärztin weiter. Ohne diese Kooperation sei das anspruchsvolle Projekt nicht umsetzbar.

Quelle: mz-web.de

 

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