Oppiner Familie hält über 100 Jahre alte Kutsche in Schuss. Landauer-Wagen steht auf Fahrgestell aus Halle-Diemitz.
VON RALF BÖHME
OPPIN/MZ - Reisen auf Gutsherrenart kann Ingrid Krause aus Oppin. Die ehemalige Sekretärin hat sich mit ihrem Mann Georg einem historischem Gefährt verschrieben -einem Landauer. Das ist eine zweiachsige Pferdekutsche, die im 18. Jahrhundert das bevorzugte Reisemittel in ganz Europa gewesen ist. Seltenes Fundstück Mitte der neunziger Jahre begann sich Tochter Ronni ihren Traum vom eigenen Pferdehof zu verwirklichen. Nach der Übernahme einer alten Scheune fanden Krauses dort die Reste der Kutsche. Nachforschungen im Dorf ergaben, dass einst der Baron von Oppin damit kutschierte. Der Familienrat entschied sich, die Restaurierung des Fahrzeugs anzugehen. Keine leichte Aufgabe, doch zum Glück erwies sich das über 100 Jahre alten Fahrgestell aus einer Werkstatt in Halle-Diemitz als sehr robust. Die Herausforderungen in handwerklicher und letztlich auch finanzieller Hinsicht resultierten aus den aufwendigen Aufbauten. Ingrid Krause: "Es dauerte eine Weile, bis wir beispielsweise eine Weberei für die goldenen Kordeln gefunden hatten." Inzwischen präsentiert sich das Fahrzeug wie neu. Beim Einsteigen klappt ein Trittbrett heraus, so dass selbst Damen mit Reifröcken bequem einsteigen können. Die Federung des Wagens ist besser als auf Omas Sofa. Viel Samt und Leder Blauer Samt, viel schwarzes Leder und blitzblanke Laternen geben dem Ganzen etwas Edles. Nachgerüstet wurde eine Radbremse. "Das ist Vorschrift", so Krause. Ausfahrten sind natürlich auf spezielle Anlässe beschränkt, zum Beispiel Hochzeiten. Die Tour bis nach Halle dauert weniger als eine Stunde. Quelle: mz-web.de


