Seit über 1000 Jahren gibt es Christen in Oppin.
Oppin wird im Jahr 952 erstmals urkundlich erwähnt, als König Otto I. u.a. die "Mark Upina" dem Markgrafen Hermann Billung übergab. 966 machte er den Tausch rückgängig und schenkte die Besitzungen dem Moritzkloster in Magdeburg. Vermutlich stand in dieser Zeit schon eine Kirche in Oppin. Die sächsischen Kaiser bemühten sich, durch die Gründung von Kirchen und Klöstern das Christentum unter den heidnischen Wenden auszubreiten.
Die Kirche St. Georg und St. Elisabeth
Die ursprüngliche Anlage der Kirche stammt aus romanischer Zeit, was verschiedene Reste romanischer Kunstformen bezeugen. Das Untergeschoß des Turmes könnte aus dem 12.Jh. stammen. Die Kirche ist nach den vorhandenen Unterlagen dreimal abgebrannt. 1633, dann gleich wieder 1655 und zuletzt 1928. Jedes Mal wurde sie auf den alten Mauern wieder aufgebaut. Im Jahr 1767 wurde die Vorhalle an der Südseite angebaut. Das ursprüngliche Portal ist der heutige Durchgang zum Kirchenschiff. Der Innenraum der Kirche wurde nach dem letzten Brand neu gestaltet und ist eines der wenigen Beispiele für die Kirchengestaltung um 1930. Der Blick des Betrachters wird auf die Kanzel gelenkt. Sie ist der Mittelpunkt der Ostwand. Über dem Altar war an der Wand der Spruch "Ehre sei Gott in der Höhe" zu lesen, den die Engel den Hirten in der Nacht der Geburt von Jesus Christus zuriefen. Dieser wurde leider bei Renovierungsarbeiten in den 70er Jahren überstrichen. Die Aufschrift an der Kanzel unterstreicht die Konzentration auf das Wort Gottes: "Das Wort unseres Gottes bleibet ewiglich." Links des Altars steht ein Stuhl, der alle Brände der Kirche überstanden haben soll. Die Orgel ist ein Werk des Orgelbaumeisters Rühlmann. Sie ist älter als 1930, stammt also vermutlich aus einer anderen Kirche. Sie wurde 1999 überholt und erklingt nun wieder zu Gottesdiensten und Konzerten.
Im Norden schließt sich an den Altarraum eine Kapelle mit eigenem Altar an. Das spitzbogige Gewölbe könnte aus dem 15. Jh. stammen. In der Kapelle steht der Taufstein. Dazu passend sind im Gewölbe Bilder mit Szenen aus dem Leben Johannes des Täufers zu sehen. Sie wurden von dem Künstlerehepaar Leweke und Weyde gemalt. Durch die Feuchtigkeit im Mauerwerk sind sie aber in einem schlechten Zustand.
Der Turm beherbergt heute zwei Glocken. Die größere wiegt etwa 550 kg und stammt aus dem Jahr 1655. Beim Brand waren die fünf Glocken der Kirche gesprungen und teilweise durch die Hitze geschmolzen. Aus dem Metall ließ die Gemeinde vier neue Glocken gießen, deren zweitgrößte bis heute erhalten geblieben ist. 2001 wurde sie mit einem neuen Klöppel, Joch und einer modernen, elektronisch gesteuerten Läuteanlage ausgerüstet. Die anderen Glocken wurden nach einer wechselvollen Geschichte 1917 zerschlagen und zum Gießen von Kanonenrohren beschlagnahmt. An ihrer Stelle ließ die Gemeinde nach dem Ersten Weltkrieg zwei neue Glocken gießen, welche die Gemeindeglieder mit Spenden finanzierten. Im Jahr 1942 fielen diese Glocken erneut dem Krieg zum Opfer. Eine kleine Uhrschlagglocke aus dem Jahr 1579wurde 1952 von der Gemeinde Schwerz gekauft. Sie wurde 2002 wieder zum Klingen gebracht, als die da 100jährige Turmuhr restauriert wurde.
1958 wurde die ehemalige Pfarrscheune zu einem Gemeindehaus umgebaut und bekam den Namen Paul Gerhardt Haus. Hier finden in der kalten Jahreszeit die Gottesdienste statt und der Seniorennachmittag einmal im Monat. Nach der Einrichtung einer Sanitärzelle und einer Küche 2006 kann das Paul Gerhardt Haus, auf Anfrage, auch für Familienfeiern genutzt werden.
Die Kirchengemeinde Oppin gehört mit 8 weiteren Gemeinden zum Pfarrbereich Hohenthurm. In der Regel findet alle 14 Tage ein Gottesdienst statt. Montags um 19:00 Uhr probt der Kirchenchor. (Neue Sänger/innen sind immer herzlich willkommen) An jedem letzten Dienstag im Monat wird um 14:30 Uhr zum Kaffeenachmittag eingeladen.
Seit 2002 gibt es in Oppin die evagelische "Martin Luther"-Grundschule in freier Trägerschaft.
( Quelle: Faltblatt der Kirchengemeinde )


